Aufgaben im Hochwasserschutz
Hochwasserrisiko managen

Das letzte große Hochwasser 2013 verursachte in Thüringen große Schäden. Um solche Hochwasserschäden so gering wie möglich zu halten, ist der Hochwasserschutz zu verbessern und damit die Risiken für Mensch, Wirtschaft und Kultur zu begrenzen.

Die HWRM-Richtlinie setzt seit dem 23. Oktober 2007 das Ziel, die Menschen für Hochwasserrisiken zu sensibilisieren. Für eine verbesserte Hochwasservorsorge und ein optimales Hochwasserrisikomanagement ist es wichtig zu wissen, wo besonderes Hochwasserrisiko besteht. Das Vorgehen dazu ist in den nachfolgenden Phasen beschrieben.

Kreislauf Hochwasserschutz

PHASE I

Bewertung des Hochwasserrisikos (HWR) durch Ermittlung von Risikogebieten

Die Risikobewertung erfolgt anhand vorhandener Daten, Informationen und Auswertungen vergangener Hochwasserereignisse und möglicher eintretender Schäden. Die Risikogebiete sind die Grundlage für die Erstellung der Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten. Diese werden für 3 Hochwasserszenarien dargestellt: Hochwasser niedriger (HQ200), mittlerer (HQ100) und hoher (HQ20) Wahrscheinlichkeit. 

Das Bild zeigt eine Hochwassermarke, sie dienen der Kennzeichnung z. B. an Gebäuden und zeigen die Scheitelwasserstände vergangener Hochwasserereignisse an. Während eines Hochwasserereignisses können diese Marken den Einsatzkräften vor Ort zur Einschätzung der Lage dienen.

Hochwassermarke am Artenschutzturm in Wünschendorf an der Elster
Hochwassermarke am Artenschutzturm in Wünschendorf an der Elster
Hochwassermarke am Artenschutzturm in Wünschendorf an der Elster

Phase 1: Bewertung des Hochwasserrisikos (HWR) durch Ermittlung von Risikogebieten (Bildquelle: Dr. M. Deutsch)

Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit am Risikogewässer Weiße Elster in Gera
Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit am Risikogewässer Weiße Elster in Gera
Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit am Risikogewässer Weiße Elster in Gera

Phase 2: Erarbeitung der Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten (Bildquelle: TLUBN)

PHASE II

Erarbeitung der Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten

Die Karten geben Informationen über Gefahren und Risiken von Hochwasserereignissen. Weiterhin dienen diese Karten als Planungsgrundlage in der Wasserwirtschaft und für Vorhaben in der Raumplanung. 

Die nebenstehende Gefahrenkarte zeigt ein Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit am Risikogewässer Weiße Elster in Gera. Die unterschiedlichen Blaufärbungen geben die Wassertiefen an. Je dunkler die Fläche, desto höher steht dort das Wasser an. Diese Wassertiefen sind bei einem Hochwasser zu erwarten.

PHASE III

Erstellung der Hochwasserrisikomanagementpläne (HWRM-Pläne) für jedes Flussgebiet in Thüringen (Elbe, Weser und Rhein)

Die HWRM-Pläne enthalten auch die Informationen aus den Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten.

Das nebenstehende Foto zeigt das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Straußfurt im Landkreis Sömmerda im Hochwasserfall Mai/Juni 2013. Das HRB schützt die Unterlieger in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt vor Überschwemmungen.

Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt im Hochwasserfall 2013
Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt im Hochwasserfall 2013
Hochwasserrückhaltebecken Straußfurt im Hochwasserfall 2013

Phase 3: Erstellung der Hochwasserrisikomanagementpläne (HWRM-Pläne) für jedes Flussgebiet von Elbe, Weser und Rhein in Thüringen (Bildquelle TLUBN)

Das Thüringer Landesprogramm fasst die HWRM-Pläne für Thüringen zusammen. Ziel ist es, u. a. die Inhalte des Hochwasserrisikomanagements (HWRM) verständlich und konkret abzubilden. Weiterhin werden landesweite Ziele des HWRM aufgestellt. Diese werden mit dem Ist-Zustand verglichen und Maßnahmen zur Zielerreichung abgeleitet.

 

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