Thüringer Landesprogramm
Gewässerschutz 2022-2027

Natürliche und artenreiche Gewässer sind die Grundlage für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Die Maßnahmen im Landesprogramm Gewässerschutz erhalten und verbessern diesen Lebensraum.

Die Bewertung des Zustands der Thüringer Flüsse, Seen und des Grundwassers in den Jahren 2019/2020 zeigte, dass sich mit den bereits umgesetzten Maßnahmen der Zustand vieler Gewässer weiter verbessert hat. Dennoch sind vielerorts u. a. verbaute und stark begradigte Gewässer oder Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft und Abwassereinleitungen dafür verantwortlich, dass die Ziele des Gewässerschutzes wie die
EG-Wasserrahmenrichtlinie es fordert, noch nicht überall erreicht werden. Somit besteht weiterhin hoher Handlungsbedarf.

Um den Gewässerschutz in Thüringen weiter zu verbessern, hat der Freistaat das Thüringer Landesprogramm Gewässerschutz 2022-2027 aufgestellt, welches das Thüringer Landesprogramm Gewässerschutz 2016-2021 fortschreibt. Es unterstützt die Gemeinden und weitere Akteure bei der Umsetzung der verankerten Maßnahmen.

Zum Schutz der Gewässer sind zahlreiche Maßnahmen vorgesehen. Insgesamt umfasst das Landesprogramm Gewässerschutz 3100 Maßnahmen.

Davon sollen 1400 Maßnahmen zur Durchgängigkeit der Gewässer und 460 Maßnahmen zur naturnahen Gewässerentwicklung umgesetzt werden. Insgesamt sollen damit 970 km Fließgewässer naturnäher gestaltet werden. Zur Reduzierung der Nährstoffbelastungen aus dem Abwasser sollen mit den geplanten 480 Abwassermaßnahmen etwa 100.000 Einwohner neu an eine zentrale Abwasserbeseitigung angeschlossen werden. Durch die Ausweisung von Phosphorgebieten und Nitratgebieten nach dem Düngerecht sind zugleich verpflichtend umzusetzende Maßnahmen für diese Gebiete festgelegt worden. Darüber hinaus ist durch die Einhaltung eines mindestens 5 m breiten Gewässerrandstreifens in dem ein Düngeverbot und ein Ausbringverbot von Pflanzenschutzmitteln gilt, ebenfalls eine deutliche Reduzierung der Nährstoffeinträge zu erwarten. Durch die Fortsetzung der bergbaulichen Maßnahmen im ehemaligen Gebiet des Uranerzbergbaus und im Kali-Südharz-Revier und durch die an der Werra vom Unternehmen umzusetzenden Maßnahmen soll der Eintrag von Schadstoffen aus bergbaulichen Aktivitäten minimiert werden.

Erarbeitet wurden diese Maßnahmen in zahlreichen Workshops, Gesprächen und Beratungen mit vielen Bürgern, Verbänden, Betrieben und Behörden. Auf den dabei erarbeiteten Daten und Maßnahmen basieren zudem die Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme der Flussgebiete Elbe, Weser und Rhein, an denen Thüringer Gewässer Anteil haben.

Bis zum Jahr 2027 investiert Thüringen 367 Mio. Euro in die Umsetzung der Maßnahmen des Landes bzw. in die Förderung von Projekten. Das Programm wird in einem Sechs-Jahres-Zeitraum fortgeschrieben.

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Textteil des Landesprogramms Gewässerschutz

Maßnahmenteil des Landesprogramms Gewässerschutz

Im Maßnahmenteil sind alle Maßnahmen gelistet, die zur Verbesserung des Gewässerschutzes ab 2022 bis Ende 2027 umgesetzt werden sollen.

Anhänge des Landesprogramms Gewässerschutz

Hier finden Sie eine Liste aller Thüringer Oberflächen- und Grundwasserkörper. Zusätzlich steht Ihnen hier eine kartografische Darstellung der Oberflächenwasserkörper zur Verfügung.

Neben den Maßnahmen im Landesprogramm Gewässerschutz wurden in Thüringen mehrere Arbeitspapiere erstellt, in denen die Vorgehensweise Thüringens bei der Maßnahmenplanung detaillierter beschrieben ist. Darüber hinaus wurden für die Wasserkörper für die in Thüringen weniger strenge Bewirtschaftungsziele festgelegt wurden, Hintergrundpapiere erstellt. Aus diesen sind auch entsprechende Begründungen zu entnehmen, die zur Festlegung der weniger strengen Bewirtschaftungsziele geführt haben. Darüber hinaus ist in den Dokumenten aufgeführt, welche konkreten Ziele für diese Wasserkörper erreicht werden können. Die Arbeitspapiere und Hintergrunddokumente wurden im Landesprogramm und in den Bewirtschaftungsplänen der Flussgebiete als Hintergrunddokumente benannt.

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