Veröffentlichung Landesprogramm Hochwasserschutz 2022 – 2027 und Niedrigwasserstrategie

 

Mit dem heutigen Tag wird das zweite Thüringer Landesprogramm Hochwasserschutz 2022-2027 und die Thüringer Niedrigwasserstrategie als Ergänzungsband zum Landesprogramm Gewässerschutz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Landesprogramm Hochwasserschutz finden Sie unter https://aktion-fluss.de/hochwasserschutz/landesprogramm-hochwasserschutz/. Die Niedrigwasserstrategie finden Sie hier >>>

Die vergangenen Jahre haben es gezeigt: Extremwetterereignisse nehmen zu und fallen extremer aus, Hochwasser und Starkregen ebenso wie Dürre und Trockenheit.

Mit der Fortschreibung des Thüringer Landesprogramms Hochwasserschutz 2022-2027 und einer neuen Niedrigwasserstrategie bereitet sich die Landesregierung zusammen mit den Partnern in Verbänden und Kommunen auf zwei zusammenhängende Aspekte der Klimaveränderungen vor.

Die Maßnahmen des Thüringer Landesprogramms Hochwasserschutz für den Zeitraum 2022–2027 sollen den Thüringer Flüssen mehr Raum geben, den technischen Hochwasserschutz dort stärken, wo es notwendig ist, um damit Gemeinden, Infrastruktur und Wirtschaftsgüter vor Hochwasser schützen und die Informationsvorsorge verbessern. Das neue Landesprogramm Hochwasserschutz umfasst ein Mittelvolumen von ca. 400 Millionen Euro und enthält knapp 900 Maßnahmen des Landes, der Kommunen und der Gewässerunterhaltungsverbände zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Thüringen:

  • 65 km Hochwasserschutzanlagen des Landes sollen baulich verändert und das Schadenspotential weiter gesenkt werden, wovon 80.000 Thüringerinnen und Thüringer direkt profitieren werden. Damit knüpft das neue Landesprogramm an die Maßnahmen für den Zeitraum von 2016 bis 2021 an, mit denen der Hochwasserschutz bereits für ca. 30.000 Thüringerinnen und Thüringer neu geschaffen bzw. verbessert wurde und die das Schadenspotential in Thüringen schon um 200 Millionen Euro gesenkt haben.
  • Durch Deichrückverlegungen sollen 1.600 Hektar an Retentionsfläche wiedergewonnen werden. Damit stärken wir den natürlichen Hochwasserschutz und schaffen eine Vernetzung zwischen Aue und Fluss.
  • Gleichzeitig liegt ein Fokus auf der Verbesserung der kommunalen Hochwasserabwehr durch die Einrichtung von Wasserwehrdiensten und die Schulung der Einsatzkräfte im neuen Thüringer Hochwasserschulungszentrum.
  • Zudem sollen weitere knapp 15 Mio. Euro in die kommunale Starkregenvorsorge investiert werden. Hier geht es insbesondere um gemeinsam erarbeitete Schutzkonzepte (und sich daraus ableitende bauliche Veränderungen) mit den Gemeinden und die Durchführung von Hochwasserschutztagen bei den Gewässerunterhaltungsverbänden.

Die neue Niedrigwasserstrategie bereitet Thüringen auf Trockenheit und Dürre vor.  Mit den folgenden Maßnahmen werden bessere Prognosegrundlagen und Informationen über Ist-Zustände geschaffen:

  • Anhand von Klimamodellen sollen verfügbare Wassermengen und Wasserbedarfe ermittelt und regionale Wassermangelgebiete identifiziert werden
  • Mit den Wasserversorgern und der Fernwasserversorgung sollen Klimastresstests durchgeführt werden. Bestehende Versorgungssysteme werden dabei auf Erweiterung und Vernetzung sowie Erschließung neuer Wasserdargebote geprüft.
  • Das Niedrigwasserportal wird u.a. für kommunale Akteure in den Verwaltungen ausgebaut. Ziel ist es gemeinsam Warn- und Alarmstufen, Kommunikations- und Meldewege zu etablieren. Für Dürrephasen werden gewässerbezogene Aktionspläne aufgestellt.
  • Die Talsperrensteuerung wird dynamischer. Mit der Nutzung von mittelfristigen Witterungsvorhersagen soll der Wasserrückhalt in den Talsperren verbessert und Wasserreserven in Thüringen erhöht werden.
  • Durch eine Verbesserung der Wasserqualität, der Gewässerstruktur und der Durchwanderbarkeit werden Fließgewässer naturnah und robuster gegenüber Klimaänderungen.
  • Durch eine klimaangepasste Landwirtschaft und durch ökologischen Waldumbau wird die Grundwasserneubildung gestärkt.
  • Durch Regenwassermanagement, Entsiegelung und Speicherung wird der Wasserrückhalt in urbanen Räumen im Sinne einer Schwammstadt verbessert.

 

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